TikTok - Eine Social Media Plattform mit Potenzial

Instagram, Facebook Twitter – wer kennt sie nicht, die großen Social Media Plattformen, die weltweit von hunderten Millionen Menschen tagtäglich genutzt werden. Doch kennen kennen Sie auch schon TikTok? Tik was? Genau, TikTok, der neue Star am Social Media Himmel. Auch wenn TikTok schon Ende 2016 an den Start ging, hat es einige Zeit gedauert, bis sich die soziale Plattform über die Grenzen von China hinaus ausgedehnt hat. Und es ist schon spannend zu sehen, dass TikTok das erste soziale Netzwerk aus China ist, welches weltweit eine millionenfache Nutzerschaft für sich gewinnen konnte. Bisher haben es nur soziale Plattformen aus dem verschlafenen Silicon Valley raus in die weite Welt geschafft.

Die Facts zu TikTok im Überblick

Bildquelle: https://www.futurebiz.de/artikel/tiktok-nutzerzahlen-deutschland/
TikTok Nutzerzahlen im Vergleich; Bildquelle: https://www.futurebiz.de/artikel/tiktok-nutzerzahlen-deutschland/
Bildquelle: https://de.statista.com/infografik/16904/anzahl-der-tiktok-downloads-auf-android-und-ios-geraete/
TikTok Downloads; Bildquelle: ttps://de.statista.com/infografik/16904/anzahl-der-tiktok-downloads-auf-android-und-ios-geraete/

Im ersten Quartal 2020 verzeichnete die App mehr Downloads als irgendeine andere Social Media Plattform.
Natürlich reicht TikTok im Hinblick auf die weltweiten Nutzerzahlen noch nicht an die Platzhirsche wie Facebook oder Instagram heran, doch zeigt es den rasanten Aufstieg der App. Man sollte sie definitiv auf dem Radar der relevanten Plattformen behalten, vor allem, wenn man die junge Zielgruppe erreichen will.

15 Sekunden Fametainment

Die Social Video-App TikTok bietet ihren meist sehr jungen Usern eine perfekte Bühne, um sich in selbstgedrehten 15-sekündigen Videos tänzerisch, musikalisch, Stuntman-mäßig oder einfach nur lustig in Szene zu setzen. Jedes Video ist mit passender Musik hinterlegt und Filter und Masken á la Instagram fehlen natürlich auch nicht.

Wer sich mal einen eigenen Eindruck möchte, findet hier ein Beispiel:

Entscheidend für den Erfolg und die eigene „Berühmtheit“ ist es also, dass man den Zuschauer bestmöglich unterhält. Gedankt wird einem mit Videoviews und einer hohen Followerschaft. Darüber hinaus haben User die Möglichkeit, ähnlich wie bei der Gaming-Plattform Twitch ihren TikTok-Stars per Live-Funktion Geld zuzusenden. Wenn man es in einem Wort beschreiben sollte: „Fametainment“. Dieses soziale Unterhaltungsprinzip ist natürlich nicht neu, sondern auch auf Plattformen wie Instagram oder YouTube immanent.

Geringere Aufmerksamkeitspanne als ein Goldfisch

Schaffte es die Plattform Vine von Twitter vor einigen Jahren mit ihren ultrakurzen 6-sekündigen Videos noch nicht, sich langfristig durchzusetzen, war aber trotzdem schon ein klarer Trend in Richtung snackable Videos zu erkennen. Und dies auch aus einem sehr guten Grund, denn die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen liegt heute gerade mal bei 8 Sekunden. Damit liegt unsere Ausfmerksamkeittsspanne unter der eines Goldfisches mit 9 Sekunden. Erschreckend, aber wahr.

Dies erklärt sicherlich auch in Teilen den massiven Anstieg der Nutzerzahlen von TikTok, zahlt die App doch voll auf das heutige Mediennutzungsverhalten ein. Dass diese Art der Informationsaufnahme nicht nur ein kurzweiliges Phänomen ist, zeigen auch der Erfolg von Instagram-Stories oder Messaging-Dienste wie Snapchat.

Die Nutzungsdauer von TikTok liegt bei knapp 50min täglich. Legt man die Videolänge von 15 Sekunden zugrunde, dann sind das wahnsinnige 200 unterschiedliche Videos pro Tag, die von einem Nutzer angesehen werden. Nun ist TikTok neben Instagram, Snapchat, WhatsApp oder Netflix nur einer von vielen Kanälen, was eine schiere Informationflut zur Folge hat.

Was bedeutet das nun für Unternehmen?

Die weitere Entwicklung von TikTok lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Genauso offen ist, ob ein Einstieg für Unternehmen derzeit schon lohnenswert ist.

Doch ist definitiv zum empfehlen, TikTok im Hinterkopf zu behalten und genau zu beobachten, wie sich die Plattform in den kommenden Monaten weiterentwickelt. Denn Fakt ist, dass TikTok gerade bei der jungen Zielgruppe extrem gut ankommt.
Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto ist mit seiner Kampagne #MachDichZumOtto beispielsweise äußerst erfolgreich auf TikTok gestartet. Die Kampagne erzielte bisher mehr als 213 Millionen Aufrufe und somit eine unglaubliche Reichweite.

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TikTok Kampagne der Marke OTTO; Bildquelle: https://www.tiktok.com/tag/MachDichZumOTTO?langCountry=de&lang=de

Eine weitere Erfolgsstory bei TikTok verzeichnet die doch eher konservativ einzustufende „Tagesschau“. In nur 11 Tagen konnte der Sender 100.000 TikTok-Fans für sich gewinnen – nach eigenen Aussagen hatte das Unternehmen für diese Followerzahl bei Instagram 20 Monate gebraucht. Durch Behind-the-Scenes-Videos und kurze, zusammenfassende Nachrichtenbeiträge gewinnt das Profil der Tagesschau zahlreiche Zuschauer für sich und informiert darüber hinaus kurz und prägnant über die wichtigsten News aus aller Welt.

Fazit

Diese Beispiele verdeutlichen, dass sich das Medienkonsumverhalten und die gesamte Kommunikation weiter radikal Richtung Video verlagern und dass es entscheidend ist, seine Botschaften zielgruppenadäquat zu verpacken, damit sie überhaupt Beachtung finden und von Relevanz für die Zielgruppe sind.

Sicherlich ist die App nach wie vor stark auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet und bietet insbesondere B2C-Unternehmen eine geeignete Plattform, Nutzer mit unterhaltenden Videos auf sich aufmerksam zu machen und eine Fangemeinde aufzubauen. Doch mit zunehmender “Alterung” der Plattform wird es auch für immer mehr Unternehmen interessant, die Plattform für die eigene Kommunikation zu nutzen. Und auch für B2B-Unternehmen wird TikTok beim Thema Recruiting mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.

Mit Blick auf die Markenkommunikaton von Unternehmen wird hier einmal mehr deutlich, dass man die eigene Zielgruppe nur erreicht, wenn man konsumerable Botschaften entwickelt, die für die Zielgruppe auch von radikaler Relevanz sind.